Auszug aus der Pressemeldung zum GEAB 28 (GEAB = GlobalEuropa Antizipations-Bulletin, Informationsbrief des europäischen Think-tanks LEAP/Europe 2020)
Im Rahmen seiner Arbeiten über die umfassende weltweite Krise löst LEAP/E2020 mit dieser 28. Ausgabe des GEAB erneut Alarm aus: Nach unserer Auffassung werden die USA im Sommer 2009 Staatsbankrott erklären; Gläubiger von US-Schulden werden ihre Forderungen gegen den US-Staat (Staatsanleihen, Obligationen von Fannie Mae und Freddie Mac...) abschreiben müssen ; alle Investoren in Anlagen in US-Dollar werden massiv Vermögen einbüßen. In den folgenden Monate muss eine Währungsreform vorbereitet werden, um einen « Rentendollar (1) » einzuführen. Nur so können die Folgen des Staatsbankrotts und der massiven Kapitalflucht aus dem Dollar auf ein erträgliches Maß reduziert werden. Der US-Staatsbankrott ist die zwingende Folge der folgenden fünf Faktoren, die wir im einzelnen in dieser Ausgabe des GEAB analysieren:
1. Das Wiedererstarken des Dollars in den letzten Monaten ist eine unmittelbare Folge des weltweiten massiven Rückgangs der Aktienkurse und wird nicht von Dauer sein.
2. Die politische Rückendeckung für den Euro durch den Eurogipfel vom 12. Oktober schafft rechtzeitig eine Alternative zum US-Dollar für Anleger, die ihr Geld in eine sichere Währung anlegen wollen.
3. Die Schulden der öffentlichen US-Haushalte wachsen nunmehr unkontrolliert und exponentiell.
4. Der akute Zusammenbruch der US-Realwirtschaft verhindert jede Alternative zum Staatsbankrott.
5. Für 2009 bleibt in den USA nur noch eine Frage offen: « Hohe Inflation; oder Hyperinflation?»
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In der Wahl der Maßnahmen zur Bekämpfung der finanziellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise werden in den folgenden Monaten die USA und der Rest der Welt auseinander driften. Was für den Rest der Welt richtig und gut ist, wird es für die USA (12) nicht sein ; zukünftig scheint der Rest der Welt entschlossen zu sein, Entscheidungen auf dem Finanzsektor unabhängig von den USA zu fällen. Und Euroland ist die Speerspitze dieser Bewegung.
Der US-Staatsbankrott im Sommer 2009 wird zum Teil auch eine Folge dieser Tatsache sein. Die großen außeramerikanischen Volkswirtschaften der Welt werden zukünftig ihre Entscheidungen ohne Vorrang für US-Interessen fällen. Der Rest der Welt läßt sich nicht mehr vor den US-Karren spannen. Die Schockwellen dieses Bankrotts sind vorhersehbar und können in ihren Auswirkungen gemeistert werden, wenn alle Verantwortlichen rechtzeitig, also ab heute, die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Dies ist übrigens eines der Themen dieser 28. Ausgabe des GEAB. Wir können nur hoffen, dass der Schreck des Septembers 2008 endlich unseren Entscheidern in Politik, Wirtschaft und an den Finanzmärkten deutlich hat werden lassen, dass sie nicht immer warten können, bis Notlagen sie zum Handeln zwingen, sondern dass sie Entwicklungen antizipieren müssen, um rechtzeitig und effizient handeln zu können. Es wäre bedauerlich, wenn Euroland, Asien, die erdölproduzierenden Länder wie auch die einfachen Menschen in Amerika eines schönen Tages, nach einem verlängerten Wochenende oder einer behördlich angeordneten Schließung der Banken und Aktienmärkten, entdecken müssten, dass ihre US-Staatsanleihen und ihre US-Dollar nur noch 10% ihres bisherigen Wertes besitzen, weil die Regierung eine Währungsreform durchgeführt und einen « Rentendollar » aus der Taufe gehoben hat (13).
Hier die komplette Pressemeldung: GEAB 28 --- "Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen" |