Prophezeiungsforum (aktuelles Weltgeschehen im Licht der Bibel) - Rechte Gewalt bei Demonstrationen ?

Prophezeiungsforum (aktuelles Weltgeschehen im Licht der Bibel)



Forums-Ausgangsseite

Kontakt/Impressum

Bücher zum Forum:
Tribun - Leo DeGard - Torsten Mann - Stephan Berndt - über Irlmaier
- (Ruben Stein)

Linkliste - Amazon

log in | registrieren





Johannes(R)

E-Mail

05.05.2008, 23:29
 

Rechte Gewalt bei Demonstrationen ? (sonstige Themen)

Hallo,

in der Vergangenheit war es bei Demonstrationen so, daß die Gewalt generell von Linken ausging, nicht von Rechten. Viele Medien versuchten zwar einen anderen Eindruck zu erwecken ("Randale bei NPD-Demos", "Festnahmen nach Nazi-Aufmarsch" ), aber wer genau hinsah, der stellte fest, daß es hierbei um die Folgen linker Gewalt ging.

Mit den jetzigen Demonstrationen zum 1. Mai scheint sich dies geändert zu haben. Es wird von einem "autonomen nationalistischen Block" berichtet. "Anders als sonst sei auch gewesen, daß die Rechtsextremisten sich nicht wie gewohnt den Anweisungen der Polizei gebeugt hätten" und "Besonders von der rechten Seite sei 'nackte Gewalt' ausgegangen", so der Chef der Hamburger Polizei bzw. der Einsatzleiter während der Demonstrationen (siehe auch hier).

Diese Änderung ("Anders als sonst..." ) ist auch deshalb bemerkenswert, da es gerade erst eine Konferenz der Innenminister gab, in der festgestellt wurde, daß es nicht genügend Gründe gäbe, die mit ausreichender Sicherheit zu einem Erfolg eines neues NPD-Verbotsantrags führen würden, der Antrag könne daher nicht gestellt werden. Und nun, bei der ersten Gelegenheit, verhalten sich die Rechten genauso wie die linken Schlägerbanden.

Kann mir das jemand erklären?

Ich weiß, man kann viele Gründe finden. Das Spektrum reicht etwa von "Die waren schon immer so, nur trauen sie sich jetzt mehr" bis zu "Die sind doch alle unterwandert", aber beides überzeugt mich nur bedingt. Falls jemand Gedanken und Einschätzungen dazu hat, dann würde mich das interessieren. Was hat zur Änderung des Verhaltens geführt und müssen wir in Zukunft neben dem "schwarzen Block" auch mit den Schlägern des "autonomen nationalistischen Block" rechnen? (Meine Antwort auf die zweite Frage ist leider ein klares JA :-( )

Viele Grüße

Johannes

---
"Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen"

Peter-S(R)

06.05.2008, 06:24

@ Johannes
 

Rechte Gewalt bei Demonstrationen ?

Hallo

» in der Vergangenheit war es bei Demonstrationen so, daß die Gewalt
» generell von Linken ausging, nicht von Rechten.

Wer definiert Rechts oder Links? Insbesondere wenn es eigentlich junge Menschen sind, die ihre überschüssigen Kräfte in Gewalt umleiten?

Wirklich Rechte, Linke, Neoliberale, usw. sind immer nur Führungsgruppen, die dies bewußt tun. Die "Masse" gerät jeweils in deren "Fänge". Die früheren Linken sind heute zum Teil Rechte und schlagen halt lustig auf die anderen ein.

>Viele Medien versuchten
» zwar einen anderen Eindruck zu erwecken ("Randale bei NPD-Demos",
» "Festnahmen nach Nazi-Aufmarsch" ), aber wer genau hinsah, der stellte
» fest, daß es hierbei um die Folgen linker Gewalt ging.

Was viel wichtiger ist, diese Geschichten fanden an ganz wenigen Orten staat. Hier in Stuttgart waren selbst die Kurden friedlich und die waren bisher immer für eine Schlägerei am 1.Mai zu haben.
Man sollte lieber fragen über was berichten die Medien? Und da stimmt etwas nicht. Im Augenblick kann ich nur noch die ARTE-Nachrichten empfehlen. Die deutschen Medien sind in der Berichterstattung katastrophal.
Das Drama im Österreich gehört als Meldung in die Nachrichten, nur nicht in diesen Umfang. Ist glatt die Einladung an andere Verrückte, wenn ihr was Beklobtes macht, dann berichten wir ausführlich darüber. Und vielen sogenannten Rechten, Linke und Terroristen geht es letztlich nur darum in den Medien zu erscheinen.

» Mit den jetzigen Demonstrationen zum 1. Mai scheint sich dies geändert zu
» haben.

Ausser das noch weniger daran teilnehmen, hat sich nicht viel geändert. Dis paar Schläger sind dieses Jahr sogar überschaubar, in Vergleich zu frührer.

Wer die wirkliche Gefahr sehen will, gehe in die Grosstädte und schaue sich die "Offene Treffpunkte" an. Hier im Stuttgart "Klettpassage", Parkanlagen.
Da sammelt sich immer mehr das kommende Gewaltpotential. Zur Zeit saufen sie noch und diskutieren, aber das wird sich bald ändern.
Aus der Ecke kommen die wirklichen Probleme. Und wer hier Links oder Rechts schreit hat nix kapiert. Hier sind Menschen ohne jegliche Zukunft, darum geht es.

Gruss Peter

Johannes(R)

E-Mail

06.05.2008, 12:46

@ Peter-S
 

Rechte Gewalt bei Demonstrationen ?

» » in der Vergangenheit war es bei Demonstrationen so, daß die Gewalt
» » generell von Linken ausging, nicht von Rechten.
»
» Wer definiert Rechts oder Links? Insbesondere wenn es eigentlich junge
» Menschen sind, die ihre überschüssigen Kräfte in Gewalt umleiten?





Hallo Peter,

das sehe ich genauso, ich habe aber die üblichen Bezeichnungen übernommen, denn sie beschreiben die "Funktion" der Gruppen recht gut. Für die weiteren Gedanken muß ich ein wenig ausholen.

Was ich mit "Funktion" meine: Rechte Gruppen läßt man einerseits gewähren, baut aber gleichzeitig ein großes Schmuddelimage um sie auf. Was dazu führt, daß auch an sich anständige Gruppen nur zweit- oder gar drittklassige Leiter finden und somit nahezu zwangsweise vom Sog des Krawallimages erfaßt werden.

Beispiel: Nimm ein in den letzten Jahren Jahren eigentlich diskutierfähiges Ziel wie "Abschaffung der DM" oder "EU-Osterweiterung". In den etablierten Parteien wurden Bedenken gleich wieder abgebügelt, und Volksabstimmungen wurden schon deshalb verworfen, weil wir ja Parteien hätten, die die Bedenken aufgreifen könnten (zum rechtlichen Argument: Wir haben zwar keine verpflichtende direkte Demokratie, aber die Politik hätte sich jederzeit selbst verpflichten können, zu einem bestimmten Punkt auf die Volksmeinung zu hören).

Nur greifen die etablierten Parteien die Bedenken nur theoretisch auf. Wenn man Glück hat, dann wird der Plan vielleicht etwas abgemildert, aber keinesfalls verworfen. Wer eine grundsätzlich andere Politik wollte, der hatte zum Beispiel beim Thema DM nur die Möglichkeit zwischen der "Pro DM-Partei" und rechtsradikalen Gruppen. Die erste zum Scheitern verurteilt, da sie kaum ein gesamtpolitisches Konzept hatte, und die zweite nun eben auch keine ernsthafte Alternative, da sich dort falsche Leute und Ideen tummeln.

Aber eben damit, daß bestimmte Ideen Ideen zu den Außenseitern abgeschoben werden und diese zusätzlich mit dem Schmutzkübel übergossen werden, erreicht man zum einen, daß sich dort immer mehr "Schmutz" sammelt und so die unliebsamen Ideen geschickt aus der Diskussion ausgegrenzt werden. Das ist die Situation, die wir bisher hatten. Wobei die organisierten Schmuddelkinder von rechts (ich meine die in den Parteien/Gruppen organisierten - nicht die allgemeinen Krawallos, die man vorwiegend aus dem Osten kennt) bisher zwar ein sehr schlechtes Image hatten, aber rein praktisch nicht gefährlich waren. Martialisches Auftreten bei Demos, aber sie richteten sich immer nach den Anweisungen der Polizei, es war quasi eine eingespielte Situation - und die hat sich für meine Begriffe mit dem jetzigen ersten Mai verändert.

Okay, weltpolitisch kein wirkliches Problem, deshalb will ich es auch nicht zu sehr vertiefen. Aber auf Deutschland betrachtet befürchte ich doch, daß dies ein Dammbruch sein könnte, der zu mehr organisierter Gewalt bei Demos führen wird (und sei es nur, um die jeweils eigenen Leute vor den anderen zu schützen).

» Man sollte lieber fragen über was berichten die Medien? Und da stimmt
» etwas nicht. Im Augenblick kann ich nur noch die ARTE-Nachrichten
» empfehlen.

Völlige Zustimmung. Zu ARTE kann ich allerdings nichts sagen, da ich keinen Fernseher habe.

» Ausser das noch weniger daran teilnehmen, hat sich nicht viel geändert.
» Dis paar Schläger sind dieses Jahr sogar überschaubar, in Vergleich zu
» frührer.

Es waren dieses Mal andere Schläger. Früher waren es in Berlin und Hamburg die linken Gruppen, die massive Randale verübten. Nach außen "spontan" organisiert (und so auch gern von den Medien dargestellt), aber im Hintergrund sehr gut vernetzt. Straff organisierte rechte Gruppen, von denen Gewalt ausgeht, waren mir bisher unbekannt (die Krawallos im Osten nehme ich davon aus, da ich sie weniger für politisch halte, sondern für eine Mischung aus Assozialen und Frust).

» Da sammelt sich immer mehr das kommende Gewaltpotential. Zur Zeit saufen
» sie noch und diskutieren, aber das wird sich bald ändern.
» Aus der Ecke kommen die wirklichen Probleme. Und wer hier Links oder
» Rechts schreit hat nix kapiert. Hier sind Menschen ohne jegliche Zukunft,
» darum geht es.

Das sehe ich als zusätzliches Problem. Denn die größer werdende Gruppe von Menschen, die keine Perspektive mehr sehen, ist doch das ideale Reservoir für straff organisierte Gruppen, die Halt und einen Sinn im Leben zu bieten scheinen. Also leichtes Spiel für die Rattenfänger von rechts und links (oder wie immer die sie bezeichnen willst).

Viele Grüße

Johannes

---
"Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen"

Eyesvektor(R)

06.05.2008, 23:12

@ Johannes
 

Rechte Gewalt bei Demonstrationen ?

Hallo Johannes!

Ich weiß, man kann viele Gründe finden. Das Spektrum reicht etwa von "Die waren schon immer so, nur trauen sie sich jetzt mehr" bis zu "Die sind doch alle unterwandert", aber beides überzeugt mich nur bedingt. Falls jemand Gedanken und Einschätzungen dazu hat, dann würde mich das interessieren. Was hat zur Änderung des Verhaltens geführt und müssen wir in Zukunft neben dem "schwarzen Block" auch mit den Schlägern des "autonomen nationalistischen Block" rechnen?

Das Pendel schlägt eine Generation weiter stets in die entgegengesetzte
Richtung aus.
Die sogenannten 68er opponierten gegen ihre Eltern-Generation, die sie
mehr oder weniger alle für Nazis hielten, besonders ihre Lehrer in der
Schule und Uni-Dozenten.
Die Faschisten waren Kriegstreiber, sie dagegen wollten Frieden.
Die 68er sahen noch die Trümmerhaufen des 2.Weltkriegs.
Dies kann man von der jetzigen Jugend nicht mehr behaupten.
Die jetzigen Eltern und älteren Leute sind in ihren Augen die
Spießer und links-alternativen Versager, die politisch völlig
gescheitert sind.
Klar auch, wie reagierte Schröder auf die Globalisierung? Er führte HartzIV ein. Und die 'große Koalition' danach wurde vom Volk nicht wirklich gewählt, es ist doch so, daß die abgewählten Volksparteien sich zusammentaten und viele unbeliebte Entschlüsse faßten wie die drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer und die in die Hose gegangene 'Gesundheitsreform'.
Außerdem haben junge Leute heute vergessen, was ein Krieg wirklich ist.
Den Alt-68ern saß ja der Schrecken des Krieges noch im Nacken.
Deshalb hat bei der Jugend inzwischen wieder alles Hochkonjunktur,
was mit Krieg, Horror, Militär, verbotenen Nazi-Symbolen und martialischen
schwarzen Moden, Gesten und Zeichen zu tun hat.

Ich kann Peter S nur zustimmen, bin selbst aus Stuttgart und sehe, was sich
da in der Klett-Passage und im Schloßgarten herumtreibt.
Wenn es noch weniger Jobs gibt, und Lebensmittel knapp werden, dann explodiert der ganze Kessel, da bin ich mir sicher.
Die Polizei wird gegen die ganzen Punks etc. nicht mehr durchkommen,
wenn die sich mal richtig organisieren sollten.
Bis jetzt zeigen die den Ordnungskräften noch brav ihren Ausweis, wie
ich gestern gesehen habe...

Mfg, Eyesvektor

22236 Postings in 2388 Threads, 325 registrierte User, 299 User online (0 reg., 299 Gäste)
Prophezeiungsforum (aktuelles Weltgeschehen im Licht der Bibel) | Kontakt
RSS Feed
Amazon-Link (Test) _____________ powered by my little forum