Es sind eher die zunehmenden Wehen, die Geburt dauert noch (sonstige Themen)
»» was wir im Moment im Wirtschaftsleben sehen ist nur das Vorspiel.
> Die Welt ächzt unter der Finanzkrise, dabei könnte das Schlimmste noch
> kommen. Es geht um Wertpapiere, die kaum jemand kennt – und um die
> unvorstellbare Summe von 54 Billionen Dollar.
> Focus
Hallo P.Connor,
ich denke, es wird noch nicht so schnell zum totalen Zusammenbruch kommen.
Wieso?
Politik und Wirtschaft sind sehr eng miteinander verzahnt. Genau genommen kann man auch im Westen nicht mehr von einer Demokratie sprechen, sondern wir werden von Großfirmen und Finanzinstituten gelenkt. Die haben inzwischen eine Macht, gegen die die Nationalstaaten nicht mehr ankommen.
(Wer mag, kann Großfirmen/Finanzinstitute auch durch Logen ersetzen)
Nationalstaaten und Wirtschaft sind aber schon längst keine Gegensätze mehr. Die Verbindung der US-Politiker zur Ölindustrie und Rüstungsfirmen ist bekannt, aber auch Schröder konnte nahtlos zu einem Energieriesen wechseln, dessen Interssen er nach meinem Empfinden auch schon in seiner Dienstzeit vertrat (Einsatz für die Pipeline gegen alle Widerstände). Unser Bundespräsident kommt vom IWF, der US-Finanzminister war früher bei Goldmann Sachs, ...
Es findet zwar derzeit eine Bereinigung statt, ich sehe aber keinen Kampf zwischen Regierungen und Wirtschaft (der ist nämlich schon entschieden).
Ich gehe daher davon aus, daß die derzeitige Krise relativ gut unter Kontrolle ist - es geht nicht um die Abwendung der Krise an sich, sondern um die kontrollierte Abwicklung, damit die Dominosteine nicht zu schnell umstürzen. Daran hätte niemand Interesse, denn dann gebe es nichts mehr zu verdienen. Derzeit pumpen aber die Staaten unvorstellbare Summen in die Wirtschaft (es wird inzwischen der Betrag von 1.000 Milliarden erwogen). Aus Steuermitteln, zu Gunsten der Großfirmen und Finanzinstitute. Klingt doch nicht schlecht, oder? Der Unterschied zu früher ist weitgehend der, daß der Kreis derjenigen, die wirklich verdienen, geringer wird. Aber es sind weiterhin die, die ohnehin den meisten Einfluß haben.
Und nun schau Dir an, wie die Politiker reagieren. Weltweit herrscht im Grunde Einigkeit, über alle Parteigrenzen hinweg: Es muß mehr Kontrollen geben, wir dürfen keinen beliebig freien Markt mehr zulassen. Es sind Argumente, die durchaus nachvollziehbar sind, nachdem nun einmal Fakten geschaffen wurde. Und so herrscht nun Einigkeit, immer mehr zu kontrollieren. Die wenigen, die wirklich verdienen, schmeißen bei der Gelegenheit noch einige Konkurrenten raus, die breite Masse geht leer aus. Und wird froh und dankbar sein, durch staatliche Hilfe überhaupt leben zu können.
Herz, was willst Du mehr? Der Steuerzahler gibt derzeit alles Geld (auch das, was er in den nächsten Jahrzehnten nicht haben wird), den Großfirmen/Finanzinstituten. Dafür werden mehr und mehr Einschränkungen akzeptiert und auch notwendig werden. Spätestens dann, wenn zur Verabschiedung des nächsten Haushalts Kassensturz gemacht wird. "Wir würden ja gern, aber leider, leider... - ... müssen wir straffer organisieren ... - ... müssen wird vom Einzelnen mehr fordern ... - ..."
Ja, es wird schlechter werden. Aber mehr im Sinne einer Achterbahnfahrt, es wird Höhen und Tiefen geben. Es ist wie beim Benzinpreis: Wie viele von uns hatten gesagt, ab einer DM (später ab einem Euro) würden sie nicht mehr tanken? Und heute freuen wir uns, wenn wir ein Schnäppchen machen und den Sprit für 1,39 Euro bekommen. Man gewöhnt sich dran, das Leben geht weiter, auch wenn der breiten Masse immer mehr fehlt.
Nun laß noch einen Nahostkrieg hinzukommen (er wird wohl innerhalb der nächsten 6 Monate kommen), vielleicht auch hier und da etwas echte Vogelgrippe. Aber es wird alles getan, damit das System nicht plötzlich kollabiert, sondern dabei alles aus der breiten Masse herauszuziehen, was möglich ist.
Was wäre jetzt wirklich wichtig? Das wäre die Stärkung der Familien, der Zusammenhalt in der Verwandschaft. Und eine feste Verwurzelung im Glauben statt der Beliebigkeit, die unsere Kinder gelehrt bekommen. Werte, die vorgelebt werden. Aber was siehst Du? Genau das Gegenteil! Die Bindung der Familie wird immer mehr zerstört, der Glaube an einen realen Gott immer mehr lächerlich gemacht.
Halt kann der Einzelne nicht mehr in der Familie finden (wo er einfach dazugehört und nicht erst etwas dafür leisten muß !!!), sondern nur noch in der politischen Gemeinschaft und im richtigen Tun. Wer sich richtig verhält, der gehört dazu, wer zu quer denkt, der ist draußen. Und damit werden immer mehr Menschen immer lenkbarer.
Hätte der Staat wirklich eine Kehrtwende gewollt, dann hätte er die Großbanken fallen lassen und dafür die Sparkassen gezielt deren eigentliche Aufgabe ausüben lassen: Geld für kleine Firmen und den Mittelstand beschaffen, Zahlungsverkehr für die Privatkunden. Darauf hätte man neu aufbauen können, statt nach zig Milliarden zu sehen, daß die Steuergelder (!) nun doch futsch sind.
Nein, die Krise ist schon in Ordnung. Sie darf nur nicht zu schnell gehen.
Gruß
Johannes
(Betreff nachträglich geändert)
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- Es ist nur das Vorspiel zum wirklichen tödlichen Crash - Conner
, 09.10.2008, 19:43- Es sind eher die zunehmenden Wehen, die Geburt dauert noch - Johannes
, 10.10.2008, 20:44
- Es sind eher die zunehmenden Wehen, die Geburt dauert noch - Johannes
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