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Nationalismus im Zeitalter der Globalisierung (sonstige Themen)

verfasst von Johannes(R) E-Mail, 25.04.2008, 19:32

» http://www.hagalil.com/judentum/kabbala/5768/nationalismus.htm




Hallo Rubenstein,

danke für den Link, das ist tatsächlich ein hochinteressanter Text, zumal er die Aussage des Papstes vor der UNO ergänzt.

Dein Link sagt, groß zusammengefaßt, aus, daß Nationalismus eine logische Konsequenz des Egoismus der Menschen sei, es sei eine quasi zwangsläufige Folge. Der Mensch müsse aber lernen, daß er etwas Größerem dienen müsse als seiner Gruppe oder Ethnie, und das sei die Welt an sich.

Der Papst beleuchtet die Frage aus einem anderen Blickwinkel. Er fordert Religionsfreiheit, um dann den Zweck der Religion zu erklären und warum die Regierung davon einen Nutzen hätte: Die Religion sei die Triebfeder der Menschen, um das Beste für das Gemeinwohl zu suchen.

Okay, das ist beides natürlich stark verkürzt, es stellt aber den Punkt dar, auf den ich hinaus möchte: Der Papst fordert in seiner Rede vor den UN-Delegierten nicht die Religionsfreiheit als Selbstzweck, sondern er definiert Sinn und Aufgabe der Religion. Und hier fällt auf, was er eben gerade nicht sagt: Daß die christliche Religion kein Selbstzweck zu Gunsten der Gesellschaft ist, sondern daß es um eine Beziehung zu unserem Schöpfer geht. Insbesondere sagt er überhaupt nichts von der Kernaussage der neutestamentlichen Briefe, daß Jesus das Haupt der Gemeinde ist und die Gemeinde Ihm, Jesus, nachfolgen soll. Sie soll nicht einer Idee nachfolgen oder dem Eigeninteresse, sondern Jesus als dem Haupt.

Hier liegt massiver Sprengstoff, zumal der Papst nicht davon ausgehen kann, daß dies dem durchschnittlichen Christen klar sei und er also nicht alles ausssprechen müsse. Im Gegenteil, die Ansichten der Christen werden immer verwaschener, und wenn nicht einmal mehr der Papst bei einer so entscheidenden Gelegenheit darauf hinweist (er segnet bei dieser Gelegenheit immerhin die UN-Flagge!), daß der Mensch eben nicht auf sich selbst, sondern auf Jesus ausgerichtet sein sollte, dann ist das in der Konsequenz erschreckend. Und zwar wird es "Religionsfreiheit" geben, aber der Begriff wird neu definiert, so daß der, der wirklich glaubt, außerhalb stehen wird.

Du wirst mir jetzt vermutlich erklären, warum sich der Papst zurückhaltend äußern muß. Aber ich gebe zu bedenken, daß Du dabei vermutlich mit jedem Satz begründen wirst, warum es gut ist, sich heute nicht mehr wie Jesus und die Apostel zu verhalten. Und ich habe mir das nun von verschiedenen Seiten aus betrachtet, aber sehe nicht, daß daraus etwas Gutes entstehen könnte im Sinne des biblischen Auftrags, den die Kirche eigentlich hat.

Viele Grüße

Johannes

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"Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen"


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