Drei Argumente contra Hepidanus und deren Widerlegung:
Argument 1 der Skeptiker:
„Warum z.B. gibt es in unserem Hepidanustext keine einzige Aussage zu den 800 vergangenen Jahren [ca. 1085 – ca.1850]?“ (Taurec)
Hinweise im Text selbst weisen darauf hin, dass Aussagen zu diesen 800 Jahren bestanden haben könnten. Und diese Frage beantwortet Bouvier selbst indirekt, wenn er kritisiert: „Der Text beginnt ohne Einleitung und abrupt mit: '5. Sonntag nach Ostern 1081...“ (B. Bouvier) Dass der uns erhaltene Hepidanus-Text ohne Einleitung und abrupt beginnt, deutet eher auf einen Textteil, der verschollen ist und der möglicherweise Ereignisse und Entwicklungen für den Zeitraum ca. 1085 und ca.1850 enthielt. Auch verweist Taurec auf die Aussage Pater Ellerhorsts, dass sich „das 1861 in London befindliche beschädigte lateinische Original im Besitz des Herrn Francois B. aus Lyon." befände. Das Original sei also beschädigt, und da wo es beschädigt ist, könnten Prophezeiungen für die Zeit ca. 1085 bis ca. 1850 enthalten sein. Taurec weiter: „Ellerhorst und Armand geben ferner an, Hepidanus habe auch den dreißigjährigen Krieg, die französische Revolution und Napoleon vorausgesehen. In dem Werk von 1866 seien diese aber nicht abgedruckt.“
Fazit: Das sind zwar gewichtige Gegenargumente zu der obigen Frage, die eine Fälschung implizieren soll, doch Beweise sind das keine! Ein Indiz gegen Taurecs Frage, ist nur die Tatsache, dass der Prophezeiungsforschung erhaltene Hepidanus-Text unvollständig ist. Der verschollene Teil könnte solche Prophezeiungen enthalten haben!
Argument 2 der Skeptiker:
„Der Text beginnt ohne Einleitung und abrupt mit: '5. Sonntag nach Ostern 1081. ...“ (B. Bouvier)
Das ist kein Argument für eine Fälschung, sondern schon eher ein Hinweis auf den bereits verschollenen oder sogar beschädigten Text-Teil des lateinischen Originals, das um 1866 erstmals ins Deutsche übersetzt worden sein soll.
Argument 3 der Skeptiker:
„Die Art, wie in dem Text Germanien, sprich Deutschland hochstilisiert wird, zusammen mit der Zeit, in der die angebliche Übersetzung erschien, lässt die Vermutung keimen, daß es sich um eine national inspirierte Schrift mit Blick auf die Gründung eines deutschen Nationalstaates handelt, diese zurückdatiert und durch Gegenwartsaussagen ergänzt.“ (Taurec)
Tatsache ist: Die Hälfte des Hepidanus-Textes enthält keine Prophezeiungen. In diesem Teil ist auch keine einzige Spur von nationaler Begeisterung zu finden. Vom prophetischen Teil selbst bezieht sich die Hälfte davon speziell auf Deutschland. Das bedeutet, dass sich nur 25% des gesamten Textes deutlich auf Deutschland bezieht. Da, wo Deutschland „Mist“ gebaut hat klingt Kritik durch. Für die Zukunft wird für das Gebiet zwischen Rhein, Donau und Elbe sogar ein weites Leichefeld angekündigt. Und erst danach wird Deutschland ein Großreich, dessen positive Werte die Welt „erleuchten“ würden.
„ Zwar klingt eine deutliche Sympathie für Deutschland durch, aber die Schandtaten Deutschlands werden klar genug hervorgehoben.“ (Stephan Berndt)
Aus dem Text geht eher hervor, dass Deutschland künftig nach einem großen Krieg in Europa eine Großmacht wird, und das deckt sich mit anderen Seher-Quellen (der prophetische Franzose(!) - Feldpostbriefe.
Doch bis dahin erlebt Deutschland gemäß „Hepidanus“ große Krisen, die es letztlich beweltigt, leider unter einer großen Zahl von Opfern! In der Quelle wird für Deutschland nichts beschönigt, so dass man auch unmöglich von einer „national inspirierten Schrift“ sprechen kann. In einer „national inspirierten Schrift“, die eine Fälschung ist, würde man die Zukunft Deutschlands eher beschönigen. Dem Text nach zu urteilen wird die Zukunft Deutschland hier nur beschrieben, aber in keinster Weise bewertet, was man von einer „national inspirierten Schrift“ zu erwarten hätte. Die „Visionen“ konzentrieren sich zwar hauptsächlich auf die Zukunft Deutschlands, doch Deutschland wird nicht „hochstilisiert“.
Gruß,
Stjepan |
Nachtrag: Der gesamte Hepidanus-Text
Fünfter Sonntag nach Ostern 1081
Frater Bartolomäus schreibt: »Ich war gestern nach den Vigilen mit dem Bruder Hepidanus zusammen und sprach mit ihm über die Ereignisse, welche in jüngster Zeit die ganze Christenheit in Schrecken und Aufruhr gebracht haben. Da sprach Hepidanus zu mir: 'Folge mir hinaus in den Klostergarten. Ich will dir merkwürdige Dinge mitteilen von dem, was ich gesehen und gehört habe!' Als wir die große eiserne Pforte geöffnet hatten und in den Garten hinausgetreten waren, der sich gegen die Höhen zum schwarzen Kreuz von Mitternacht gegen Mittag ausdehnt, sah ich vor mir im Zwielichte die Berge Welschlands sich erheben.
'Siehe!' sprach er zu mir, 'von Mitternacht gegen Mittag ist heute die Erde getrennt und die Menschen haben sich in zwei Heerlager gespalten gegen Süd und gegen Nord. Und der Norden zieht gegen den Süden als Feind, der Sohn gegen den Vater, und das Unglück folgt ihm über die Berge wie die Nacht dem Tage. Aber es wird bald ein Tag anbrechen, da wird ein Licht aufgehen um Mitternacht im Norden und heller strahlen wie die Mittagssonne des Südens.
Und der Schein der Sonne wird verbleichen vor jenem Lichte. Alsbald aber wird sich eine dunkle Wolke lagern zwischen jenem Licht und der Menschheit, die danach hinblickt. Ein furchtbares Gewitter wird sich aus dieser Wolke bilden. Es wird den dritten Teil der Menschen verzehren, die dann leben werden. Und der dritte Teil aller Saatfelder und Ernten wird zerstört werden. Auch der dritte Teil der Städte und Dörfer, und überall wird große Not und Jammer sein.'«
An anderer Stelle berichtet Bartolomäus: »'Ich sah', erzählte er mir, 'in Germanien, wo jetzt die Wälder sich längs der Ufer der Ströme hinziehen, ein ungeheuer großes, fruchtbares, von unzähligen Menschen bewohntes Land. Als ich mit Bewunderung dorthin schaute, hörte ich plötzlich eine starke Stimme gleich dem Brausen des Sturmwindes an den Gipfeln der Berge, die zu mir sprach: 'Ich bin der Geist, der ausgeht von den sieben Leuchtern vor dem Throne dessen, der da ist, sein wird und war und der waltet über dem Menschengeschlechte seit Anfang der Dinge.
Öffne deine Augen und schaue! Höre auf das, was ich dir sagen werde! Siehe! Ich will meine Ferse auf den Erdboden setzen und ein Volk soll emporsprießen, wo jetzt der Wald die Fläche bedeckt und der Eber dem Speer des Unfreien erliegt und der Ur der Falle des jungen Jägers. Ich werde es groß machen unter allen Völkern der Erde. Die Sonne, die von Süden die Welt erleuchtet und erwärmt, will ich nach Norden versetzen, und aus den Gegenden des Schreckens und der Nacht soll ein Licht ausgehen, dergleichen man bisher nie gesehen. Aus Germaniens Gründen wird ein Strom hervorquellen, der die ganze Welt überflutet.
Wehe jenen, die sich erkühnen, dem Lauf dessen zu widerstehen, der seine Pflugschar über die Berge zieht und den Staub seiner Füße gegen Abend am Meere abschüttelt. Es wird unter den Stämmen Germaniens ein Volk auferstehen und ein Haupt werden über alle seine Brüder. Langer Zwiespalt wird dem Glanze seiner Macht vorangehen. Der Herr wird gegen den Knecht und der Untergebene wider seinen Vorgesetzten sein Recht behaupten und verfechten.
Dann wird ein Mann auferstehen mitten aus dem Strudel der Parteiungen. Er wird, ohne dem Unrecht Stützpunkt zu sein, doch mit dem Rechte Recht sprechen wider das Recht, und vom Aufgange zum Niedergange wird sein Name in aller Mund sein. Verdammt und gehaßt von den einen, wird er bewundert von den anderen werden. Zwar wird unsägliches Elend an seine Schritte geknüpft sein und sein Name leben in der Geschichte inmitten von Leichenhügeln und Tod.
Auch wird das nicht geschehen, was die Mehrzahl der Menschen glauben wird, was er erstrebe. Er wird viel mehr das Werkzeug des Geschickes sein, dazu bestimmt, die alte Welt in Trümmer zu schlagen und, wollend oder nicht wollend, das Volk, aus dem er hervorgegangen, zur Freiheit zu bringen. Wehe dem, der in jener furchtbaren, aber großen Zeit lebend, seinen Standpunkt versetzt und, geblendet durch das Gaukelspiel trügerischer Dämone, sich auf Abwege begibt, die ihm selbst, seinem Volke und Geschlechte Verderben bringen werden. Denn es werden in jenen Tagen des Zweifels und des Unglaubens falsche Propheten aufstehen und mit gleißender Stimme ihr Gift feilbieten und jene elendig zugrunde richten, die, leichtgläubig und von einseitigen Vorurteilen befangen, ihnen Glauben schenken.
Wer Ohren hat, zu hören, der höre; wer Augen hat, zu sehen, der säume nicht, sie dem Lichte zu öffnen. Ein mächtiges Reich wird in jenen Tagen zugrunde gehen und ein mächtigeres an seine Stelle treten. Von Osten her weht ein Sturm, und aus Westen heult der Wind: Wehe allem, das in den Bereich dieses furchtbaren Wirbels geraten wird. Tausendjährige Herrschersitze werden herabsinken aus ihrer Höhe, gleich wie der Wirbelwind das Strohdach der Hütte fortführt.
Zwischen dem Rhein und der Elbe und dem morgenwärts fließenden Strome Donau wird ein weites Leichenfeld sich ausdehnen, eine Landschaft der Raben und Geier. Und wenn dereinst wieder der Landmann seinen Samen ausstreuen wird und dieser emporkeimt, Ähren tragend und Früchte, dann wird jeder Halm in einem Menschenherzen stehen und jede Ähre in eines Menschen Brust ihre Wurzel haben.'
Als Hepidamus diese Schauung hatte, wagte er es, seinen Schutzgeist zu fragen, wann denn solche schrecklichen Tage hereinbrechen würden. 'Ich war bei all dem Schrecklichen, das ich vernahm, doch begierig zu wissen, wann es sich ereignen würde und ob die Menschheit bald oder vielleicht erst nach vielen Jahrhunderten für jene Tage reif sei. Als ich diese meine Ansicht meinem Schutzgeist äußerte, erwiderte er: 'Keinem Sterblichen wird es gegeben, das Jahr und den Tag zu erfahren, wann das in Erfüllung gehen soll, dessen Verlauf ihm offenbart wurde. Aber ich will dich die Zeichen lehren, die jenen Tagen voraufgehen werden und sie ankündigen wie die herüberkommende Schwalbe die Wiederkehr des Frühlings.'
Als der Genius dies sagte, verschwand plötzlich die weite Fernsicht, welche Bruder Hepidamus gehabt, und als er die Augen erhob gegen die Decke seiner Zelle, erblickte er diese nicht mehr, sondern sah den blauen, sternbedeckten Himmel über sich. Der Geist sagte: 'Schau empor! Erkenne das Sternbild der himmlischen Krone dort mittagwärts von deinem Scheitelpunkte. In dieser Sternenkrone wird ein neues Juwel eingesetzt werden und ein Stern hellglänzend da erscheinen, wo du jetzt nur die unerforschte Bläue des Weltenraumes erblickst.
Wenn dieser Stern als weithin leuchtendes Feuerzeichen erscheinen wird, dann ist die Zeit nahe, wo jene Tage über die Menschheit kommen werden, von denen ich zu dir gesprochen habe. Dann sind die Tage vieler gezählt wie die Tage der Ernte, wenn der Schnitter die Sichel wetzt. Aber die Zeit, wann jenes Zeichen am Himmel erscheinen wird, vorher zu wissen, ist keinem Sterblichen gegeben...'«
»Ein andermal sah Hepidanus sich im Geiste versetzt und erblickte einen unzähligen Schwarm von Gewappneten, welche über den Donaufluß setzten und unter tobendem Geschrei nach Norden zogen. Von der Elbe nahte sich ein anderer Gewalthaufen, wohl ausgerüstet und bewehrt. Inmitten eines großen Gebirgskessels trafen sich beide Heere. Ein furchtbarer Kampf entstand, und ein ungeheure Menge von Toten und Verwundeten fiel auf beiden Seiten. Die Elbe floß gleich einem Blutstrom durch die Gefilde, und ein unaufhörlich rollender Donner lag über der ganzen Gegend.
'Mein Blick verdunkelte sich, meine Sinne schwanden allmählich, und eine Stimme sprach zu mir, dem fast Ohnmächtigen: Du siehst jetzt nichts als Kämpfe, Blut, Schlachten und Tod, aber das Geschlecht der Menschen wird nach diesen Kämpfen herrlicher aufblühen als je zuvor. Allerdings werden sehr viele unter den zu jenen Zeiten Lebenden diese glücklichen Zeiten nicht mehr sehen. Sie werden untergehen unter der Brandfackel des Krieges, und Unkraut wird über ihren Gräbern wuchern. Aber alles dieses wird den Lauf der Welt nicht aufhalten. Mögen sich aber jene, die alsdann leben werden, wohl vorsehen.'« |
Argument 4 der Skeptiker
"...Schrift ... [die] zurückdatiert und durch Gegenwartsaussagen ergänzt." (Taurec)
Die Hepidanus-Schrift enthalte also "nur Sachen" aus der Zeit um 1866, sei also nur Gegenwartsbeschreibung und von einem "Fälscher" um 1866 auf die Zeit ca. 1080 zurückdatiert worden. Zu der "Gegenwartsbeschreibung" seien nach Bouvier noch "ein paar dünne Endzeitschwadronaden" beigefügt. Wie ich bereits dargestellt habe, besteht der Text bis zu 50% aus "Prophezeiungen". Nach genauem Studium dieser "Prophezeiungen" stellt sich heraus, dass sich der größte Teil davon auf die Endzeit bezieht, und nicht nur "ein paar Endzeitschwadronaden". Die Textpassagen, die Taurec und Bouvier als Beleg für ihre Behauptungen angeben, wurden zum größten Teil aus dem Zusammenhang gerissen. Auch wurden entscheidende Begriffe im Text einfach ignoriert, die ihre Behauptungen dahingehend eindeutig widerlegen:
Beispiel (a) der Skeptiker:
"Beispielsweise: 'Es wird unter den Stämmen Germaniens ein Volk auferstehen und ein Haupt werden über alle seine Brüder.' = Preußen, hat 1866 den deutschen Bruderkrieg gewonnen" (taurec)
Preußen wurde das "Haupt" über die einst zahlreichen deutschen Kleinstaaten. Doch dieses Beispiel bietet noch lange keinen Grund, um "Hepidanus" als Fälschung nachzuweisen. Es ist auch kein Indiz für die Fälschungs-These!
Beispiel (b)der Skeptiker:
"Oder: 'Dann wird ein Mann auferstehen mitten aus dem Strudel der Parteiungen.' = Bismarck, seit 1862 preußischer Ministerpräsident. Da fügt sich der Rest eigentlich natlos ein." (Taurec)
Zunächst muss erwähnt werden, dass der zitierte Satz aus dem Zusammenhang gerissen ist. Und der gesamte Text deutet auch nicht annähernd auf Bismarck, da die historischen Fakten über Bismarck eine ganz andere Geschichte schreiben. Auch der aus dem Zusammenhang gerissene Satz passt eindeutig nicht auf Bismarck, da Bismarck nicht "aus dem Strudel" irgendwelcher Parteiungen hervorgegangen ist. Dazu schreibt auch Detlef richtig: "[Reichskanzler Bismarck]kommt auch nicht aus einem Parteienstrudel", sondern "aus einer kleinstaaten-flickendecke". Somit wäre Taurecs Beispiel contra Hepidanus aus dem Weg geräumt. In dem von Taurec zitoerten Hepidanus-Satz wird also nicht Bismarck beschrieben, sondern jemand anderes, der in deutschland tatsächlich aus einem Strudel der Parteiungen hervorgehen sollte. Hier wird keine Gegenwartsbeschreibung von ca. 1866 beschrieben! Stephan schrieb dann zu Taurecs Behauptung:
"... sehen wir uns den betreffenden Abschnitt genauer an:
'Dann wird ein mann auferstehen mitten aus dem Strudel der Parteiungen. Er wird, ohne dem Unrecht Stützpunkt zu sein, doch mit dem Recht Recht sprechen wider das Recht, und vom Aufgange zum Niedergange wird sein name in aller Munde sein. Verdammt und gehasst von den einen, wird er bewundert von den anderen werden. Zwar wird unsägliches Elend an seine Schritte geknüpft sein und sein Name leben in der Geschichte inmitten von Leichenhügeln und Tod."
Also: Der Text beschreibt einen Mann in Deutschland, der "aus dem Strudel der Parteiungen" hervorgeht, der weltweit bekannt, berühmt und im Gespräch ist und auch Anhänger und Widersacher hat. Er würde Tod und Leichenhügel, "unsägliches Elend" produzieren. Und in diesem Zusammenhang würde sein name "in der Geschichte" fortleben. Berndt schreibt dazu:
"Passenderweise habe ich vorgestern eine Doku über v#Bismarck auf phoenix ... gesehen. Die Macher dieser Doku haben sich alle Mühe gegeben, diesen Helden der deutschen Geschichte vom Sockel zu stoßen. Morphiumsüchtig, 1000 Krankheiten, Hundeliebhaber (wie Hitler), gewissenloser Taktiker, geistiger Vorbereiter des Faschismus etc. etc. Aber von Leichenhügeln ... haben sie nix gesagt ..."
Sinhala:
"Also für mich war schon das erste Mal als ich dies las, klar, dass damit Hitler gemeint ist, denn er war es der aus den politischen Wirren vor 1933 als Sieger hervorging, da die vielen politischen Lager vor allem unter einander so dermaßen zerstritten waren, dass sie entweder gar nichts erreichen konnten oder nur sehr spärlich gesehen. Mit Recht ohne Unrecht zu tun ist meiner Ansicht nach ein direkter Bezug auf die Legitimierung von moralisch verwerflichen Gesetzen Hitlers nach seiner Machtergreifung ... denn, ein verabschiedetes Gesetz bedeutet noch lange nicht, dass es rechtens ist ... und "Leichenhügel" dürften die Hügel von Toten meinen, die man bei Kriegsende in den KZ's fand. Übrigens Bismarck mit Leichenhügeln gleichzusetzen ist für mich ein Graus, so viel Respekt vor dieser großartigen historischen Person solltet ihr noch haben."
Berndt:
"1866 + Leichenhügel = Bismarck? ...
also: Wo sinsd bei Bismarck die Leichenberge (pardon "Hügel" um 1866 ? Keep it real man! ... Wo sind die Leichenberge bei Bismarck um 18666 - UND - man setze diese dann auch in Relation zu Napoleon?"
Detlef:
"[Reichskanzler Bismarck] kommt auch nicht aus einem parteienstrudel, sondern eher aus einer kleinstaatenflickendecke - und mit Leichenhügeln waren die damals noch recht sparsam ... bleibt ... uns Addi! ... besonders dieser Satz passt zu ihm: doch mit dem Rechte Recht sprechen wider das Recht. Es gab damals so viel verschiedene, sich gegenseitig ausschließende Auffassungen von "Recht", da passt dieser Satz einfach. dies war rein ausgehend vom text, wie er uns hier vorliegt."
FranzLiszt:
Zum Thema: Für Hitler spricht:
-Strudel der Parteiungen (bilderbuchmäßig Weimarer Republik)
-Recht... (Schauprozesse u.a.)
-Leichenberge (gibt's Fotos wie von keiner anderen Zeit(!)
Daher nicht Bismarck! Da gabs schon im Prinzip dieselbe(!)Rechtssprechung mit ihren Justizpalästen als neue(!) Zeichen der Macht, aber ohne diese Auswüchse. Parteienstrudel war verpönt und Leichenberge nicht bekannt, obwohl es dieselbe(!) Fototechnik schon gab."
Fazit: Der von Taurec aus dem Zusammenhang gerissene Satz sowie der gesamte von Berndt zitierte Text überhaupt beschreiben nicht Umstände in Deutschland um 1866, sondern Geschehnisse, die sich zwischen 1918 und 1945 zutrugen!
Gruß,
Stefan |